Trennungsbegleitung – die Pille für danach?

Derzeit ist Thema Trennungsbegleitung durch Fach-Experten, sogar Gegenstand eines aktuellen Kinofilms.

Martina Gedeck als “Doris“ und Ulrich Tukur als “Georg“ spielen im aktuellen Kino- Film “Und wer nimmt den Hund?“
ein Paar, dass in die Jahre gekommen ist.
Dieser Film erzählt von einer Beziehung, die sich in eine Paarberatung begibt um dort ihre Trennung zu verarbeiten.
Dabei ist eine wesentliche Frage:
“Das wichtigste in einer Beziehung ist Kommunikation, haben Sie kommuniziert?“
Der Beginn einer Trennungsbegleitung.

Weshalb gehen Paare in eine Trennungsbegleitung?

Heute lassen sich viele Paare, die den Weg nicht mehr gemeinsam gehen wollen, in der Trennungsbegleitung unterstützen:

  • um den Respekt und die Wertschätzung füreinander zu erhalten
  • achtungsvoll miteinander zu kommunizieren
  • den Austausch als Eltern zu bewahren
  • und alle nicht geklärten Themen zu bereinigen.

Wie kann die Liebe in die Jahre kommen?

Kommt die Liebe erst einmal in die Jahre, dann ist Beziehungs-Hygiene sehr wichtig.
Meist verlernen Paare ihrer Beziehung den nötigen Raum zu geben.
Statt einem miteinander wird gekämpft, statt zusammen zu leben und das Leben zu genießen, wird gestritten.
Liebes-Paare sind alltäglichen Veränderungen ausgesetzt und haben oft damit zu tun, sich den laufenden Anforderungen der jeweiligen Situationen zu stellen.
Kommen noch Kinder dazu, wird es zunehmend belastender.

Eine Familie ist ein äußerst umfassendes und kompliziertes System unterschiedlichster Menschen.
Verschiedene Geschlechter und Generationen, in individuell unterschiedlichen Entwicklungsphasen, machen das Konstrukt Familie schwierig.
Ein ständiger Wandel ist somit Tagesordnungspunkt.
Wenn dann noch die alltäglichen Themen mit den Kindern, dem Job, dem Elternhaus oder dem Freundeskreis dazukommen, wird die Paar-Zeit nach hinten verlagert.
“Das können wir machen, wenn wir wieder mehr Zeit haben!“
So oder ähnlich klingen dann die Sätze, die Paare zur Rechtfertigung äußern.

Und eines Tages ist es dann soweit, ein Partner spricht die Trennung aus.
Aus und vorbei.

Trennungen sind meist sehr schmerzhaft und emotional belastend.
Wie auch in dem Film „Und wer nimmt den Hund?“ anschaulich gezeigt wird.
Denn nicht nur der Verlassene leidet, auch der, der die Trennung ausgesprochen hat und geht.
Es folgen heftige Konfliktsituationen, Forderungen, Schuldzuweisungen und nicht selten endet alles im Rosenkrieg.
Wird die Trauer dann zusätzlich von den Mitspielern Angst und Einsamkeit unterstützt, verschärft sich der Trennungs-Prozess.

Wut, Enttäuschung, Zorn, Verzweiflung, Trauer, ungeklärte Konflikte und emotionale Belastungen mischen sich mit den Fragen:

  • Wie soll es jetzt weitergehen?
  • Was passiert mit den Kindern?
  • Wie soll ich das schaffen?

Meist reift so die Entscheidung für eine Trennungsbegleitung, da der Druck, alleine mit der Trennung fertig zu werden, eine hohe und emotionale und psychische Belastung darstellt.

Tipps für die Trennungsbegleitung:

Nicht jedes Paar oder Partner, die/der sich trennt, ist auch im Stande ohne Hilfe die psychischen Belastungen zu verarbeiten.

Tipp Nr. 1:

Holen Sie sich Hilfe bei Fach-Experten für Trennungsbegleitung.

Nicht jeder, der sich gerade getrennt hat, möchte, dass sein Umfeld davon erfährt.
Nach wie vor gibt es Menschen, die es blamabel oder peinlich finden den Menschen in Ihrem Umfeld von Ihren Sorgen und Nöten zu berichten.

Tipp Nr. 2:

Sie brauchen sich für Ihren Zustand nicht schämen.

Wer die Hilferufe seines Körpers ernst nimmt und sich Unterstützung holt, der ist nicht schwach sondern stark.
Sich Hilfe zu holen ist mutig und benötigt viel Courage.

Tipp Nr. 3:

Bleiben Sie mit Ihrem Partner (vor allem, wenn Kinder da sind) im Gespräch.

Wertschätzung und Respekt untereinander, der Umgang und nicht zu Letzt die Kommunikation miteinander, dass sind jetzt Ihre wichtigsten Bestandteile in der  Trennungs-Phase.
Bedenken Sie bitte, eine Trennung ist selten das komplette Aus.
Trennungen benötigen Mut, Ehrlichkeit und Zeit zum Loslassen.

Sie können sich auch weiterhin gegenseitig bekämpfen, in den Hass gehen oder in die Abscheu.
Es ist Ihre Entscheidung, ob Trennungsbegleitung oder Kampf.

Eine Trennung ist kein Scheitern, sondern mitunter ein Resultat.

Ich wünsche Ihnen eine tapfere Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme