Ebbe in der Sexualität – Flaute im Bett

Sind Paare über eine längere Zeit in einer Beziehung, klagt meist ein Partner über die nicht mehr vorhandene Sexualität.
Die ungestümen und hitzigen Anfangszeiten, in denen keiner ohne den Anderen sein konnte, in der es leidenschaftliche Momente voller Leidenschaft und Sexualität gab, sind längst vorbei.
Der Alltag der Beziehung ist eingezogen, Beruf, Sport, Kinder, Hobbys, Haushalt, Überstunden etc. sind wichtiger, als die Zeiten voller Intimität.

Was ist passiert, dass Ebbe in der Sexualität entsteht?

Es ist kein Einzelfall, dass Paare über viele Jahre keine Sexualität miteinander leben.
Ärger mit den Kindern, ein Beruf, der zeitraubend ist, keine liebevollen Worte mehr füreinander und eine Menge Stress können die Faktoren dafür sein.
Bei Frauen spiegelt sich das in der Libido, die aus den angeführten Gründen verloren geht.
Und beim Mann hat der Stress und sich ständig überfordert zu fühlen, wenig oder schlechter Schlaf und dann auch noch seinen Mann stehen zu müssen, eine enorme Auswirkung auf dessen Libido = Lust.

Jedoch auch körperliches Befinden, Depressionen und Erkrankungen, wie Krebs, können zum Verlust der Sexualität führen.
Sexuelle Impulse werden mehr und mehr vom Alltag überdeckt und der bisweilen ohne großes Zutun vorhandene Enthusiasmus endet in der Ebbe der Intimität.

Hat uns das Leben erst einmal voll im Griff wird die Sexualität selten bis ungewohnt.
Zeit darüber zu sprechen ist zu knapp und jeder wartet ab, ob der andere den Wunsch hat, über das Thema zu sprechen.
Warten worauf?
Auf den Prinz mit dem Pferd, der die Prinzessin entführt, um mit ihr die gigantische und erotischste Liebesnacht zu erleben?
Märchen gibt es leider nicht mehr und darauf warten ist erfolglos.

Machen Sie sich bitte bewusst:

Je länger der Zeitpunkt, der noch vorhandenen Sexualität, zurückliegt, desto schwieriger wird ein Neustart.
Sind beide Partner von der Mattheit und Lustlosigkeit in der Partnerschaft betroffen, dann ist es nicht so fürchterlich.
Darüber zu sprechen sollte jedoch wichtig sein, denn auch unausgesprochenes birgt die Gefahr eines Beziehungskonflikts.
Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten der Kommunikation, bevor Sie nur noch im Parallel-Leben existieren oder es schlimmstenfalls zur Trennung kommt.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Möglichkeit 1:
Durchleuchten Sie die Gründe, die dazu geführt haben, dass die Sexualität auf der Strecke geblieben ist.
Was sind die Wünsche des Anderen?
Welche Erwartungen haben Sie an Ihren Partner?
Gibt es etwas, was Sie an Ihrem Partner vermissen?
Was konkret stört Sie an Ihrem Partner?

Möglichkeit 2:
Holen Sie sich externe Hilfe.
Nicht selten ist ein Gespräch über die nicht mehr gelebte Sexualität mit vielen Konflikten, Vorhaltungen oder Vorwürfen beladen.
In einer neutralen Atmosphäre und unter der Moderation eines unparteiischen Dritten können Sie über die Gründe reden.

Möglichkeit 3:
Stellen Sie sich die Frage:

Kann ich von meinem Partner noch körperliche Nähe aushalten?
Wann haben wir zuletzt Intimität gelebt?
Haben wir im Urlaub, dann wenn Entspannungs-Zeit wäre, ein erfülltes Sexualleben?

Möglichkeit 4:
Bei allen Möglichkeiten die Ihnen zur Verfügung stehen können Sie noch als letzte Variante die “bedingungslose Hingabe“ wählen.
Das bedeutet, dass Sie sich erst einmal gegenseitig berühren, miteinander kuscheln, sich liebkosen.
Das Ganze jedoch ohne das Ziel, am Ende Sexualität miteinander zu leben.
Das nimmt den Druck, schafft Raum für Berührung und steigert zunehmend die Leidenschaft.
Wenn Sie Zärtlichkeit mehr und mehr zulassen und sich aufeinander einlassen, dann kommt auch mit der Zeit die Leidenschaft wieder zurück.

Also runter von der Couch und ab in Ihre Kuschelhöhle.

Ich wünsche Ihnen eine leidenschaftliche Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme