Vom ständigen Jammern und den Auswirkungen auf die Psyche.

Kennen Sie auch ständige Nörgler, Miesmacher, Jammerlappen, die den lieben langen Tag jammern und ununterbrochen an allem und jedem herumquengeln?
Ständiges Jammern, so sagt der Psychologe Jeffrey Lohr, von der University of Arkansas, ist für das Gehirn schadhaft.
Lohr hat sich in einer Studie mit den Auswirkungen von Dauernörglern beschäftigt.
Dabei hat er herausgefunden, dass fortwährendes Jammern eine negative Konditionierung auf das Gehirn hat.
Denn, durch das Jammern bei wiederkehrenden Situationen wird das Gehirn trainiert, ablehnend zu reagieren.
Das bedeutet, der Grundstein für eine negative Denkstruktur wird dadurch gelegt.
Ab und zu jammern ist durchaus gesund.
Dampf ablassen, Frust loswerden oder Meckern in einzelnen Situationen kann befreiend sein.
Doch nicht als ständiger Begleiter, denn die Konsequenzen tragen wir selbst.

Welche Auswirkung hat Jammern auf den Körper?
Jammern bedeutet negativer Stress.
Und negativer Stress, das wissen die meisten Menschen, macht krank.
Schlechte Stimmung, Gedankenkreisel die nicht enden wollen, Kopfschmerzen, Verspannungen, Schlafstörungen, Migräne, bis hin zu psychischen Störungen, können die Folge sein.
Der Körper ist dem ständigen Wechselbad von Cortisol und Adrenalin ausgesetzt, das wiederum das Risiko von Herzinfarkt, Bluthochdruck, Diabetes bis hin zu depressiven Verstimmungen birgt.

Bestimmt kennen Sie die Redewendung:
„Stress macht blöd.“
Diese Formulierung trifft beim Jammern den Nagel auf den Kopf.

Stress durch Jammern, so besagt eine Studie der Stanford University, hat Auswirkungen auf den Hippocampus im Gehirn.
Denn durch ständiges jammern schrumpft der Hippocampus.
(Der Hippocampus ist Teil des Limbischen Systems und verantwortlich für die Entstehung neuer Nervenzellen, der Archivierung von Inhalten aus dem Langzeitgedächtnis sowie derer Abrufe.)
Das Resultat:
Jammerer sind vergesslicher und noch viel drastischer, Jammern begünstigt unter Umständen die Erkrankung von Alzheimer Demenz.

Was macht das Jammern mit dem Menschen?
Jammern Menschen, dann sind sie meist verärgert, werden wütend über die Lage in die sie gebracht wurden und die sie nicht verursacht haben, sie werden böse und verbittert.
Der Leidensdruck wird von Tag zu Tag größer und ein Ende ist meist nicht in Sicht.
Herzlich Willkommen in der Opferrolle und kopfüber in das Fass voller Leidtun, in das Tal der Schuldzuweisungen und in die Suhlkuhle des Jammerns.
Wer in die Jammerrolle schlüpft möchte gerne bemitleidet werden, übernimmt keine Verantwortung für das Geschehene und entzieht sich auch diesem.

Menschen die im Jammertal leben möchten sich nicht ihrer Ängstlichkeit stellen.
Sie haben Angst vor einem Wandel ja sogar Angst davor, die eigene Verantwortung für ihr Handeln und Tun und damit auch verbunden, das Tragen der Konsequenzen zu übernehmen.
Für das Jammern und Quengeln, bekommt der Leidende Aufmerksamkeit, für den Wandel nicht.
Da liegt es doch nahe, lieber im Tal der Jammerer zu bleiben auch wenn es durch die Aufmerksamkeit der Anderen nicht schmerzfreier wird.
Denn hinter vielen Opferrollen liegt meist ein sehr schmerzhafter Prozess, den viele nicht gelernt haben zu durchschreiten.
Und mal ehrlich, es ist doch leichter den Verursacher der Situation nicht bei sich zu suchen, oder?
Dann hat eben der Andere Schuld und ich brauche nicht Erwachsen werden und bekomme noch dazu Aufmerksamkeit!

Was können Sie tun?
Ein wichtiger Schlüssel bei der Veränderung ist die Dankbarkeit.
Dankbarkeit ist eine achtsame Haltung.
Die Vergegenwärtigung eines positiven Moments, eines Geschenks voller Hochachtung, dessen, was ich oder der Andere Gutes tut.
Wussten Sie, dass der Cortisol-Spiegel nachweislich um mehr als 20 % fällt, alleine durch Dankbarkeit?
Das hat eine Studie an der University of California erwiesen.
Gute Laune, mehr Kraft, weniger Druck und dazu noch ein glücklicheres Leben, statt ständig im Tal der Jammerer zu bleiben.
Sind das nicht wundervolle Nebenwirkungen mit denen Sie bestimmt leben können?

Noch eines zum Schluss:
Jammern macht einsam, positiv durchs Leben zu gehen hingegen glücklich.
Ich wünsche Ihnen eine fröhliche Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme