Vom Loslassen und frei sein

Loslassen fällt den meisten Menschen schwer.
Die meisten halten fest – haben Angst davor loszulassen.
Nicht selten sind es Kränkungen und Verletzungen, oft auch der Partner und ab und zu sogar die eigenen Kinder, die nicht los gelassen werden.

Es gibt eine Flut von Dingen, die wir im Laufe unseres Lebens anstauen und die wir nicht abschließen und festhalten.

Das können sein:

alte ausrangierte Gegenstände
ein altes, nicht abgeschlossenes Kapitel aus dem Leben
Kränkungen
Verletzungen
Schuldgefühle
ein Partner, von dem wir uns nicht lösen können
Arbeitssituationen, die belastend sind
Kollegen, die Ärger bereiten usw.

Solche oder ähnliche Zustände, Menschen oder Situationen beeinflussen unser Leben, machen unglücklich und lassen uns dauerhaft in der Vergangenheit verharren.
Das hat zur Folge, das wir uns selbst im Weg stehen und unfrei oder missgestimmt sind. Nicht selten können körperliche (z. Bsp. Magen-Darm) oder seelische Erkrankungen (z. Bsp. Ängste, Konzentrationsstörungen) auftreten.

Loslassen, was steckt dahinter?

Sicher kennen Sie die Sätze:
Dann lass das doch endlich los – oder – Du musst nur loslassen, dann…
Loslassen bedeutet im ersten Schritt das Geschehene anzunehmen.
Wenn Sie bereit sind, das was geschehen ist anzunehmen, dann ist es auch möglich, los zu lassen.
Annehmen meint nicht, dass Sie die Situation weder in gut noch in schlecht bewerten sollten, sondern annehmen meint, es ist passiert und Sie können das Geschehnis nicht mehr verändern.
Sprich, etwas nicht zurückzuweisen, das bereits geschehen ist.
Nur wenn Sie bereit sind zu akzeptieren, dann können Sie auch lernen loszulassen.
Akzeptieren meint nicht zu ignorieren, sondern sich von einer Last zu befreien um wieder im Bedürfnis leben zu können.

Damit es Ihnen leichter fällt loszulassen, hier ein paar Übungen.

Alte Kränkungen loslassen:

Alte Kränkungen sitzen meist tief.
Verzeihen ist das Ritual, welches Verletzungen langfristig lindert und uns vom Schmerz befreit.
Das bedeutet, die Kränkung wird zum Abschluss gebracht.
Ein Verzeihens-Ritual brauchen Sie nicht direkt mit dem Verursacher zu machen, es reicht, wenn Sie sich Ihr Gegenüber vorstellen können.
Stellen Sie sich die Person vor.
Sprechen Sie darüber, was Sie verletzt und gekränkt hat.
Beenden Sie den Dialog mit den Worten: Es ist nun genug darüber gesprochen. Ich verzeihe und vergebe Dir, auch wenn ich es nicht für richtig empfand und gehe damit in meinen Frieden.
Das Geschehene gehört ab jetzt der Vergangenheit.

Perspektivwechsel:

Solange Sie in der Situation stecken ist der Prozess des Loslassens schwierig.
Versuchen Sie es mit einem Umgebungs-Wechsel.
Gehen Sie nach draußen, machen Sie einen langen Spaziergang, eine Wander- oder Radtour oder vielleicht sogar einen Kurzurlaub.
Meist können wir besser loslassen, wenn wir nicht in der Umgebung bleiben, in der sich der Vorfall ereignet hat.
Aus einer anderen Perspektive betrachtet und in einer fremden Umgebung ist es leichter sich dem Thema zu widmen um los zu lassen.

Verbindung lösen:

Dann wenn Sie sich von einem Menschen lösen möchten, wird es meist schwierig.
Ob Trennung vom Partner, dass Ende einer Freundschaft oder der Verlust eines Menschen spielen dabei keine Rolle.
Stellen Sie sich vor, zwischen Ihnen und dem Mensch, von dem Sie sich lösen möchten, existiert ein Band, welches sie Beide verbindet.
Um sich nun von diesem Menschen zu lösen, können Sie das abknoten, entfernen oder durchtrennen.
Nun verabschieden Sie sich von Ihrem Gegenüber und drehen sich in Gedanken um.
Gehen Sie, ohne zurückzuschauen und ohne Groll aus der Situation.
Das Band können sie in Gedanken entsorgen.

Vertrauen Sie sich, dass Sie das schaffen und gehen Sie vor allem liebevoll mit sich um.

Wer loslassen kann, stellt plötzlich fest, dass er zwei freie Hände hat.

Ich wünsche Ihnen eine freie Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme