Affäre – eine Chance für die Beziehung?

Ja, eine Affäre kann eine Chance, sowie ein Wachstum für die Beziehung sein.
Es kann jedoch auch das „Aus“ für die Beziehung bedeuten.

Wussten Sie, dass Untreue, eine Affäre, Fremdgehen oder der Seitensprung noch immer die häufigsten Scheidungsgründe sind?

Schätzungsweise 80 Prozent aller Menschen wünschen sich für ihre Beziehung einen treuen Partner und glauben auch, dass er/sie das ist.
Leider belegen statistische Zahlen das in mehr als 50 Prozent aller Beziehungen, dass Thema „Affäre“ irgendwann einmal vorkommt.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die betrogenen Partner körperliche und psychische Symptome aufweisen können, die einer Traumatisierung ähneln.
Das bedeutet, dass der betrogene Mensch lebensbedrohliche Anzeichen entwickelt.
Die Folge sind Unsicherheit, Ängste (Existenzangst, Verlustangst), Wut, Hass und Misstrauen.
Nicht wenige, die von der Affäre Ihres Partners erfahren fühlen sich als Opfer und fliehen in die Opferrolle.
Die komplette Beziehung wird in Frage gestellt und Trennungsszenarien werden durchgespielt bis hin zur Chance für die Beziehung.
Eine der meist gestellten Fragen ist:
“Weshalb hast DU mir das angetan?“
Gefühle wie, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Aussichtslosigkeit, Wut, Trauer, bis hin zum Wunsch den Anderen zu zerstören prasseln auf die Betrogenen nieder.

Was ist das schmerzhafte an der Affäre?

Umfragen zufolge wiegen die Lügen und sich betrogen fühlen mehr, als die tatsächlich vollzogene Sexualität.

Meist erfährt der Partner die Affäre als Letztes und nicht selten wird die Untreue vom Hintergangenen entdeckt.
Das erhöht die Beobachtung des Betrogenen, denn das Vertrauen, dass die Affäre beendet ist, ist am Anfang nicht vorhanden.
Das heizt das Misstrauen an, es könnte noch immer weitergehen. Der Kreislauf schließt sich und die Kontrolle nimmt zu.

In den ersten Monaten, nachdem die Affäre entdeckt wurde, kontrollieren viele Betrogene die sozialen Kontakte des Partners.
Mobilfunkgeräte werden überprüft, der Computer wird nach Emails, SMS und WhatsApp durchstöbert und kein Zugang in den sozialen Medien bleibt verschont.
Die Verletzung der betrogenen Partnern ist riesig, münden nicht selten in der Ohnmacht, der Hilflosigkeit und/oder in einer Paralyse = Unbeweglichkeit.

Wut bis hin zum Hass empfinden viele nicht nur gegenüber dem Partner, der untreu war, sondern auch auf die/den Geliebte/n.
In dieser Situation lassen ca. 1/3 aller Betrogenen die Wut oder den Hass am Anderen aus. Das gilt im selben Maße für den Partner wie auch für die Affäre.
Sie versuchen damit die Affäre zu bestrafen und erhoffen dadurch ihren Schmerz wettzumachen.

Welche Chance gibt es, die Beziehung neu zu beginnen?

Für viele Paare ist die Verarbeitung der Affäre wichtig.
Dieser ist nicht mehr weg zu diskutieren und harte Arbeit, wenn es für die Partnerschaft eine Chance geben soll.
Damit sie als Paar, in der Zukunft eine Chance haben, ist die Auflösung der Motivation des Seitensprungs wichtig.

Die Chance ist, jetzt können sie in ihrer Partnerschaft eine Bestandsaufnahme machen und die Beziehung auf neuwertige Stelzen stellen.
Ihr Beziehungshaus erfährt eine Renovierung.
Das bedeutet, dass der Reparaturstau in Angriff genommen wird und Schönheitsreparaturen ihre Partnerschaft wieder glänzen lassen.

Gehen sie den Gründen auf die Spur.
Sprechen Sie über die Attribute die ihrem Partner gefehlt haben und ergründen Sie weshalb er/sie fremdgegangen ist.
Nutzen Sie die Chance herauszufinden, was die Affäre mit Ihnen zu tun hat.
Betrachten Sie sowohl die Konsequenzen, die aus dem Seitensprung entstanden ist, als auch die Bedeutung der Affäre.
Die Chance, die Ihnen jetzt geboten wird, ist, herauszufinden was der Antrieb für die Affäre war.
Entweder es stimmt etwas nicht in Ihrer Beziehung oder es stimmt etwas nicht mit dem, der Betrügt.

Vertrauen lässt sich nicht erzwingen, Verhalten ist nicht kalkulierbar, doch Verzeihen, kann jeder – es ist ein Symbol von Zuneigung.

Ich wünsche Ihnen eine “chancenreiche und partnerschaftliche“ Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme