Mensch, ärger Dich doch – macht Ärger Sinn?

Streit, Krach und nichts als Ärger.

Bestimmt kennen Sie auch diese Situationen:

Die Kleidung liegt verteilt im Zimmer herum
Der Partner kommt mal wieder zum vereinbarten Termin zu spät;
Das als wichtig eingestufte Meeting wird kurzfristig vom Chef abgesagt;
Der Zug kommt mit hoher Verspätung am Zielort an oder die Fluggesellschaft annulliert den Flug.
Jeder kennt diese Situationen.
Wir ärgern uns.

Ärger gehört zu unserem Alltag und ist für viele Menschen Gewohnheit.
Es gibt statistische Auswertungen, die belegen dass wir uns rund zweimal in der Woche ärgern.
Groll ist normalerweise nach ca. 1 Stunde verflogen, doch er hallt nach.
Von leichter Irritation, bis hin zum Zorn der sich wie ein Tsunami anfühlt.
Die Grenzen zwischen Irritation bis zum blanken Wutausbruch sind fließend.

Was passiert, wenn wir uns ärgern?

Als erstes verändert sich der Gesichtsausdruck.
Die Augenbrauen heben sich an, der Blick wird stechend und die Pupillen weiten sich.
Biologen nennen das „Drohstarren“, ein intensiver Blickkontakt in Form eines aggressiven Imponiergehabes.
Gleich eskaliert die Situation.
Ein uraltes Ritual, welches aus der Zeit der Säbelzahntiger kommt.
Angriff oder Flucht, augenblicklich gibt es nur noch diese beiden Möglichkeiten.
Jetzt steigen die Stresshormone Adrenalin sowie Noradrenalin, das Herz-Kreislaufsystem läuft auf Hochtour, die Muskulatur wird kräftig durchblutet, die Atmung wird flacher und der Körper ist auf Spannung.

Aber Ärger kann auch krank machen.
Wie Studien belegen ist er nicht gut für die Psyche und den Körper.
Er schlägt auf den Magen, das Verdauungssystem wird im selben Maße geschädigt wie das Herz.
Gleich wie bei Bluthochdruck und beim Rauchen.
Das Risiko eines Herzinfarkts ist bei Menschen, die sich häufig ärgern um ein vielfaches höher, als bei Menschen die gelassen sind.

Weshalb ärgern wir uns?

Fragen Sie sich, was macht mich sauer?
Machen Sie sich bewusst, worüber Sie sich aufregen und was Sie aufregt?
Meist steckt dahinter ein anderes Gefühl.
Dazu ein Beispiel:
Wenn die Socken zum wiederholten mal nicht weggeräumt sind und Sie sich abermals aufregen dann stellen Sie sich die Fragen:
Was ist das Gefühl hinter dem Ärger?
Ist es das Gefühl, nicht wertgeschätzt zu werden, weil Ihr Partner Ihren Wunsch missachtet?
Das Gefühl von Ratlosigkeit, weil Sie nicht wissen, wie Sie Ihre Bedürfnisse noch an Ihren Partner kommunizieren können?
Oder das Gefühl von Trauer, weil Sie erkennen, dass sich nichts verändert?

Wie können Sie besser mit Ärger umgehen?
Nehmen Sie bewusst wahr, dass Sie sich ärgern.

Fragen Sie sich, was regt mich auf und was könnte ich stattdessen tun?
Losbrüllen ist keine Lösung, denn das macht dem Ärger keine Luft.
Sprechen Sie darüber, was Sie aufgeregt und wütend gemacht hat und was sie sich wünschen.

Ein hilfreiches Werkzeug ist auch die Umkehr.

Das bedeutet, dass Sie sich vorstellen, dass es einen sehr guten Grund gibt, weshalb das Gegenüber so reagiert hat.

Üben Sie sich in Gelassenheit:

Sagen Sie sich, wenn wieder ein Autofahrer ohne Blinker die Spur wechselt, oder auf die Fahrbahn auffährt ohne Richtungsgeber, „der darf das“ und winken es gelassen mit der Hand durch.

Was auf alle Fälle hilft?
Eine gesunde Portion Humor.
Die rückt den Ärger beiseite und schafft Platz für einen klaren Gedanken.

Versuchen Sie es, denn es ist allemal gesünder als sich aufzuregen.

Ich wünsche Ihnen eine “Ärger freie“ Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme