Abenteuer und die 5. Jahreszeit Karneval

Weshalb erlauben sich manche Menschen in der Karnevalszeit eher ein Abenteuer = Seitensprung, als im Alltag?

Nur noch ein paar Tage und die fünfte Jahreszeit “Karneval“ steht in voller Blüte.
Die meisten Jecken sind seit dem 11.11. mobilisiert, freuen sich auf dem Start an Altweiber um 11:11 Uhr und auf den Beginn des Straßenkarnevals.
Es beginnt die Zeit des Küssens = “Bützen“.

Altweiber, ein alter Brauch, der bereits im Mittelalter entstand. Hier verkleideten sich die Gemahlinnen früher in hässliche und alte Frauen.
Hinter diesem Brauchtum, steckte die Übernahme der Macht der Frauen für einen Tag.
Die Arbeitskleider wurden abgelegt und die Regierungsgewalt übernommen.

Heute verkleiden sich die Frauen in Bürgersfrauen des 19. Jahrhunderts.
Sie stürmen nach wie vor die Rathäuser um die Regierungshoheit zu bekommen und schneiden Krawatten ab als Zeichen der Entmachtung.
Dafür werden die Männer mit einem “Bützchen“ belohnt.

Im normalen Alltag eines Paares wäre das undenkbar und würde zum Konflikt führen.

Doch im Karneval wird „gebützt“ was das Zeug hält und jedes nur erkennbare Abenteuer wird ausprobiert.

Doch was steckt dahinter, dass ein Abenteuer in der Karnevalszeit viel einfacher ist?

Die 5. Jahreszeit bietet eine Fülle an Abenteuern, denn die Faktoren, die dafür verantwortlich sind, werden massenhaft angeboten.
Da ist zuerst der Alkohol,der im Übermaß an diesen “jecken“ Tagen getrunken wird.
Die Stimmung ist meist ausgelassen, der Alkohol fließt in Strömen und die Verträglichkeit ist je nach Konstitution unterschiedlich.
Ein Abenteuer bei gesenkter Hemmschwelle ist dann meist das folgenschwere Resultat.

Ist es nicht der Alkohol, so kann es die Veränderung der eigenen Identität sein.
Viele schlüpfen zu Karneval in Kostüme und verkleiden sich.
Ist die Verkleidung gelungen, dann wird die eigene Identität verleugnet und die Rolle, in die der Karnevalist gegangen ist, sorgt für einen maximalen Genuss bei vollkommener Anonymität.
So kommt es vor, dass weder Name, noch Beruf und selten der Familienstand der Wahrheit entsprechen.
Willkommen Abenteuer, adieu Wirklichkeit.

Was können Sie tun um dem Abenteuer aus dem Weg zu gehen?

Machen Sie sich als erstes bewusst, dass ein Abenteuer nicht die Probleme und Konflikte in Ihrer Beziehung lösen wird.

Häufig sind die nicht gelebten Bedürfnisse, die unerfüllten Wünsche in Kombination mit einer konfliktbeladenen Paar-Kommunikation die Ursache eines schnellen Abenteuers während der Karnevalszeit.
Unzufriedenheit, kaum Nähe, Langeweile, Einöde und das Gefühl von Resignation lassen ein Abenteuer in der Anonymität des Karnevals zum Highlight werden.
Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihren Frust, die nichtgelösten Themen und vor allem über Ihre Bedürfnisse.
Erklären Sie Ihrem Partner, dass es für Sie wichtig ist, Nähe, auch emotionale Nähe, Zärtlichkeit, Erotik und Sexualität zu leben.

Natürlich gibt es Beziehungen wo nur noch gestritten wird und die unglücklich sind, wo es besser ist sich zu trennen.
Doch das ist kein Grund, ohne Gespräch ein Abenteuer in der Karnevalszeit zu beginnen um dadurch den Ausstieg aus der unglücklichen Beziehung zu realisieren.
Inne halten, mit dem Partner reden und beim Angebot des Abenteuers nein sagen anstatt es anzunehmen, dass ist respektvoll.

Vielleicht ist die Beziehung gar nicht so sehr verfahren um ein Abenteuer zu wagen.
Vielleicht können neue Ideen, neue Impulse, der alten Beziehung mit dem “alten“ Partner neuen Schwung geben.
Wieso sollte das nicht gelingen? Versuchen Sie es doch mal.

Lassen Sie das Feuer des Abenteuers wieder brennen – in Ihrer Beziehung.

Ich wünsche Ihnen eine “jecke“ Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme