Dankbarkeit, der Begriff der in Vergessenheit gerät.

Dankbarkeit ist eine bejahende Emotion – die Wertschätzung sowie Anerkennung für das was uns gesagt, geschenkt oder gutes getan wird gibt.
Dankbarkeit ist die Lovestory des Lebens, die Anerkennung der gegenständlichen sowie nicht-gegenständlichen Besitztümer und gerät doch in Vergessenheit.

In meiner Kindheit gab es Spielregeln, die meine Eltern mir beigebracht haben.
Dazu gehören zum Beispiel die Formeln, höflich sowie freundlich und wertschätzend anderen Menschen zu begegnen, als auch die Werte “ Danke“ und “ Bitte“ zu sagen.
Heute stelle ich mehr und mehr fest, “ Danke“ und “Bitte“ geraten ebenfalls zunehmend in Vergessenheit.

Dabei wäre die Welt mit ein wenig Dankbarkeit so viel bunter und die Menschen um ein vielfaches freundlicher im Umgang miteinander.

Doch woher kommt es, dass die Dankbarkeit mehr und mehr in der Versenkung verschwindet?

In unserer heutigen Zeit, geprägt von Hektik, Stress und Leistung, rückt das Wort Dankbarkeit in den Hintergrund.
Menschen, die einst fröhlich und beschwingt durchs Leben schritten treffen auf einen rasanteren Anstieg von Erwartungen und Leistungen mit einem unfassbar hohen Anspruch an Perfektionismus.
Dankbarkeit ade, Überbelastung willkommen.

Gerade jetzt in der Advents- und anstehenden Weihnachtszeit, sind wir Menschen um ein vielfaches dankbarer.

Nur schade, dass diese Dankbarkeit viel zu schnell wieder verschwindet.

Robert Emmons, Professor für Psychologie an der University of California, machte dazu im Jahre 2003 zusammen mit seinem Kollegen McCullough Studien zum Thema Dankbarkeit.

Dabei sollten die Testpersonen mehrere Dankbarkeit-Szenarien testen.
Das Ergebnis vorweg.
Die Probanden, die ihre Übungen durchführten, zeigten sich optimistischer, waren lebendiger und hatten eine höhere Zufriedenheit.

Körperliche Symptome wie Unwohlsein, Magen-Darmprobleme, Kopfweh etc. wurden gemildert, die Leistungsfähigkeit erhöht und auch der Schlaf wurde dadurch verbessert.
Sogar Gefühle wie Ängstlichkeit, Wut und Neid milderten sich.

Bis heute wird weiter an dem Thema Dankbarkeit geforscht.
Dankbarkeitsübungen, so sagt eine Untersuchung haben sogar Auswirkungen auf das Herz und unsere Glücksgefühle.
Sogar die Einnahme von Antidepressiva (bei mittel und leichten) Depressionen, kann durch Dankbarkeitsrituale ersetzt werden.

Laut dem Psychologen Willibald Ruch, lässt sich Dankbarkeit trainieren, ähnlich wie ein Muskel, und zwar so, dass sogar, nach längerer Anwendung, neurobiologische Veränderungen im Scan messbar sind.

Damit Sie das selbst üben können, hier ein paar Dankbarkeits-Rituale.

Dankbarkeits-Ritual Nr. 1

Legen Sie sich ein Tagebuch zu, in das Sie jeden Abend 3 Augenblicke schreiben, für die Sie tagsüber dankbar waren.

Das kann eine freundliche Bedienung an der Theke Ihres Einkaufmarktes sein, die Bitte und Danke zu Ihnen sagt
ein Autofahrer, der Sie über die Straße lässt oder
ein dankbarer Moment mit ihrem/r Partner/Partnerin.

Dankbarkeits-Ritual Nr. 2

Achten Sie täglich darauf Danke und Bitte zu sagen.
Bei jedem “Danke“ und/oder “Bitte“ lächeln Sie und sind dankbar dafür dass Sie es getan haben.

Dankbarkeits-Ritual Nr. 3

Schaffen Sie sich positive Erinnerungen durch Bilder, Fotos oder Sprüche, die Sie an dankbare Momente in Ihrem Leben erinnern.
Legen Sie sich dafür ein Dankbarkeitsbuch zu, in das Sie diese Dinge schreiben, kleben oder legen können.

Schreiben Sie Ihre eigene Dankbarkeits-Liebesgeschichte.

Ich wünsche Ihnen eine dankenswerte Woche.

Ihre
Sabine Lahme