Weshalb wir eingeschnappt sind

Wieso bist Du denn jetzt schon wieder eingeschnappt?

Diese Frage kennt bestimmt jeder, oder zumindest jeder Zweite.
Es gibt viele Trigger, die das Verhalten, eingeschnappt sein, sich gekränkt fühlen oder beleidigt sein, auslöst.

Eine brüske Zurückweisung, enttäuschte Erwartungen, ein fieser Angriff: Es gibt gute Gründe, beleidigt zu sein. Aber auch Möglichkeiten, aus der Schmollecke wieder herauszufinden.
Ein Experiment unter Primaten hat gezeigt, dass sogar diese Artgenossen eingeschnappt sind, wenn diese statt einer süßen Belohnung, durch ihren Pfleger, nur ein Stück Gurke bekommen.

Woher kommt das?

Sind Menschen eingeschnappt, dann fühlen Sie sich meist geringgeschätzt.
Das hat zur Folge das auf die Geringschätzung, das Gefühl der Herabsetzung folgt.

Kommt nun die Frage, “was hast Du“, oder “was ist los“, ist die Antwort oft schweigen oder “NICHTS“.

Ob ein Mensch schnell oder weniger schnell eingeschnappt ist, hängt selten von der Art des Gesagten oder Getanen ab.
Die Ursache ist ein geringes Selbstwertgefühl.

Menschen mit einem guten Selbstwertgefühl, reagieren gelassener, stellen Fragen, kommunizieren offen und ziehen sich nicht zurück.

Menschen mit einem Minderwert, reagieren betroffen, sind eingeschnappt, ziehen sich zurück und erwarten, dass ihr Gegenüber versteht, was sie gerade für einen Konflikt haben.
Meist sind es Erwartungen, die in einer Enttäuschung enden.
Wut, Zorn und Rückzug stellen sich ein.
Raum verlassen, zornig schauen, Arme überschränken bis hin zur totalen Bestrafung durch Entzug der Kommunikation sind die Werkzeuge des eingeschnappt sein.

Die Betroffenen möchten ihre Gefühle weder begründen noch darüber sprechen.

Eine schwierige Lage, wenn ein erwachsener Mensch sich benimmt, wie ein kleines 3-jähriges trotziges Kind.

Was ist der Grund für das eingeschnappt sein?

Sind Menschen beleidigt, so signalisieren diese ihrem Gegenüber, dass sie es nicht ok finden, wie er/sie sich verhält.
Sprich, derjenige versucht etwas mit aller Macht zu bekommen, wovon er/sie ausgeht, dass er das Recht dazu hat.

Der Eingeschnappte,

entzieht sich jeglicher weiteren Kommunikation (Rückzug)
versucht dem Gegenüber ein schlechtes Gewissen zu machen
möchte, dass er/sie sich Sorgen um ihn macht.

Was können Sie tun?

Zuerst:
Das Verhalten eingeschnappt zu sein ist nicht Erwachsen.
Durchbrechen Sie das Muster des eingeschnappt sein, mit einer klaren Kommunikation.

Versuchen Sie angriffsfrei zu formulieren, mit Sätzen wie:

Ich verstehe gerade nicht, was ich tun kann?
Ich bin total verunsichert und weis gerade nicht, was zwischen uns Beiden los ist.
Können wir bitte miteinander sprechen?

Machen Sie sich bitte bewusst, auszusprechen, was Sie verärgert oder sogar zornig macht ist viel schwieriger, als eingeschnappt zu sein.

Verhalten Sie sich doch Erwachsen und legen die beleidigte Leberwurst in den Kühlschrank.

Ich wünsche Ihnen eine warmherzige Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme