Angst, was ist das?

Die Angst entsteht im Kopf – exakt im Zwischenhirn.
Angst ist längst vorhanden, noch ehe wir wissen was gerade passiert.
Die Produktionsstätte der Angst nennt sich Amygdala (Mandelkern) und ist ein Teil des Limbischen Systems.

An der Entstehung der Angst ist die Amygdala beteiligt und spielt ebenso eine wesentliche Rolle bei Wiedererkennung von Situationen und deren Analyse, sowie derer emotionaler Bewertung.
Sie ist wichtig für unser Furcht- und Angstempfinden, unser Aggressionsverhalten, sowie lebenswichtig als Warn – und Abwehrinstrument.

In der Amygdala werden unter anderem auch die Stimmungshormone Serotonin und Dopamin produziert.

Leider ist dieser Teil unseres Gehirns sehr vorwitzig, häufig vorschnell, ständig auf dem Sprung und liefert auch Fehlinformationen.
Zusätzlich kommt noch, dass jede unserer Hirntätigkeit mit einem Gefühl verbunden ist. Diese beide Funktionen, emotionaler Bereich und Handlung lassen sich leider nicht trennen.

Im Normalfall stellt diese Funktion kein Problem dar, jedoch wenn die Angst uns im Griff hat und plötzlich Herzrasen und Schweißausbrüche die Vorherrschaft bekommen, wird die Angst zum Problem.
Zittern, Atemnot und Übelkeit stellen sich in rasender Geschwindigkeit ein und die Angst hat uns im Griff.
Aus der kleinen Amygdala wird plötzlich ein riesengroßer Alleinherrscher in unserem Kopf, der uns steuert.

Aus der Angst entsteht blitzartig die Angst vor der Angst.

Unser Gehirn trainiert sich dadurch negativ und die Hirnregionen, die dafür zuständig sind werden daher groß und größer.
Egal ob es

die Angst ist verlassen zu werden
die Angst nicht allein sein zu können, oder
die Angst nicht geliebt zu werden
Alle diese Ängste blockieren uns Menschen und wir werden handlungsunfähig bis fast gelähmt.
Es gibt auch eine gesunde, lebenswichtige Angst, die uns in gefährlichen Situationen schützt.

Diese Angst ist eine uralte Angst und stammt noch aus der Zeit der Säbelzahntiger.
Sie warnt uns und lässt uns gleichzeitig handeln.
Säbelzahntiger gibt es heute kaum noch und von dieser angeborenen Angst spreche ich nicht, sondern von der, die uns jegliche Lebenslust und Lebensfreude nimmt.

Hat die Angst uns erst im Griff reagieren wir.
Entweder, wir verstecken uns oder wir rennen schnell weg.

Was können Sie tun?

Sagen Sie Ihrem Perfektionismus ade.
Denken Sie bei Ihrer täglichen Arbeit auch an sich.
Sagen Sie Ja zu sich und Nein zu anderen.
Schrauben Sie Ihre überhöhten Erwartungen zurück.
Sprechen Sie mit anderen – ziehen Sie sich nicht zurück.
Sorgen Sie für Entspannung und Ablenkung.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

Gibt es einen Grund für die Angst und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
Was habe ich von der Angst?
Was belastet mich, welche eigenen Bedürfnisse und Ziele vernachlässige ich?
Was macht mir Angst?
Wie gewinne ich an Selbstbestimmung und individueller Freiheit?
Angst ist eine angeborene Grundemotion und gehört zu unserem Leben.

Ob Sie der Angst die Macht übergeben, das entscheiden Sie selbst.

Ich wünsche Ihnen eine angstfreie Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme