Selbstwert und Selbstvertrauen

Selbstwert und unser Selbstvertrauen, zwei große Begriffe.
Können wir für unseren Selbstwert und unser Selbstvertrauen etwas tun?

Dazu die Entstehungsgeschichte:

Als kleine Wesen sind wir abhängig von unseren Erziehungspersonen.
Wir nehmen zuerst mit unseren Augen wahr, spüren mit unserem Bauch und erleben so, ob wir umsorgt und liebevoll behütet werden.
Wir hoffen, dass unsere Bedürfnisse von unseren Eltern stets nach unserem Wohl zufrieden gestellt werden.
Wir möchten wahrgenommen werden um unser Selbst.

Durch die Bindung zu unseren Eltern entwickelt sich eine sichere Basis.
Von dieser ist es uns möglich Vertrauen zu uns und zu anderen zu schaffen.
Fehlt diese Basis an Anfang unserer Entwicklung, so werden wir unsicher im Umgang mit anderen.
Wir lernen, dass wir uns allein auf uns verlassen können.
Machen wir positive Erfahrungen, so sind wir es gewohnt anderen zu vertrauen, da wir gelernt haben, uns selbst zu vertrauen.
Das schafft Sicherheit im Umgang mit dem Vertrauen – unserem Selbstvertrauen.

Sicherheit entwickelt sich durch die Zuneigung, Liebe und Wärme unserer Eltern oder Erziehungsperson.
Ist die Zuneigung geprägt von Kälte, Ablehnung und Verunsicherung, so entwickeln wir einen Minderwert.
D. h. unser Selbstwert und unser Selbstvertrauen sind negativ geprägt und wir haben gelernt uns ausschliesslich auf uns zu verlassen.
Bindung zu anderen und Nähe sind nicht kalkulierbar und machen uns Angst.
Wir fühlen uns nie gut genug und streben danach nur geliebt zu werden um unser Selbst.
Ist jedoch die Liebe der Eltern an Bedingungen oder Leistungen geknüpft, so entwickelt sich unser Selbstvertrauen und unsere Selbstwert ebenfalls instabil.

Durch diese negativen Erfahrungen entsteht das Gefühl, es immer Recht machen zu müssen.
Wir streben nach Perfektion und glauben andere sind grundsätzlich besser als wir.
Wenn wir noch zusätzlich kontrolliert werden und in unserem Entdeckerdrang als Kind gebremst werden, so fällt es uns noch schwerer zu entscheiden, was wir tatsächlich möchten.
Wir machen uns abhängig von der Meinung anderer, versuchen es „allen Recht zu machen“.
Dadurch bleiben der eigene Selbstwert und das Selbstvertrauen mächtig auf der Strecke. Wir haben Angst unsere Eltern zu enttäuschen und verhalten uns dann so, wie es Mama und Papa von uns erwarten.

Für unsere späteren Beziehungsrollen sind diese Erfahrungen aus unserer Kindheit sehr prägend.
Obwohl wir wissen, dass bestimmte Verhaltensmuster unnötig sind, greifen wird doch, meist automatisiert, nach den alten antrainierten Mustern.
Wir handeln dann so, wie es für uns als Kind richtig war.
Damals waren das wichtige Überlebens-Strategien.
Doch heute sind diese nicht mehr relevant, da wir Erwachsen sind.

Sie stellen sich die Frage, wie sie ihre alten Persönlichkeits-Muster verändern können, um dadurch das eigene Selbstvertrauen und den Selbstwert zu steigern?

Vielleicht hilft Ihnen diese Übung:

Schreiben Sie 5 Dinge auf einen Zettel, die Sie an sich bezaubernd finden.
Pinnen Sie das Papier gut sichtbar an eine Stelle, an der Sie es gut sehen können.
Bei jedem Vorbeigehen halten Sie für einen Moment inne und lesen die bezaubernden Dinge über sich.
Machen Sie das noch zusätzlich morgens und abends und nach Möglichkeit laut vor dem Spiegel.
Beispiel:
Ich liebe mein freundliches Wesen.
Ich mag mich, wie ich bin….usw.

Damit stärken Sie Ihr Selbst und werden bemerken, dass Sie es wert sind positiv über sich zu sprechen.

Ich wünsche Ihnen eine bezaubernde Woche.
Passen Sie gut auf sich auf.

Ihre
Sabine Lahme