Der Altweibersommer ist da

Sabine Lahme

Und schon ist sie da, die Zeit zwischen Sommer und Winter.
Das bunte Laub fliegt durch die Lüfte, die Pilze sprießen aus der Erde, der Garten und die Wälder sind bedeckt mit bunten Blättern, Kastanien, Eicheln und die letzten reifen Äpfel fallen von den Bäumen.

Die Natur zeigt uns ihr buntes Herbstkleid und verändert sich in wundervolle Farben. Hier das Rot der Ahornbäume, dort das Orange und Gelb der Kürbissorten, dann das Braun der Blätter sowie das Lila und Rosa der wundervollen Herbstblumen.

Die Eichhörnchen vergraben Ihre Winternahrung, die Sonne bringt uns nochmals wundervolle Tage und die Spinnen bauen ihre filigranen Netze.
Der Altweibersommer ist da.

Zur Bedeutung des Altweibersommers gibt es verschiedene Aussagen.

Da sich die Temperaturen in den September-Nächten bereits abkühlen, befinden sich morgens an den Spinnennetzen oder an den Spinnfäden Tautropfen.
An diesen Spinnfäden sitzt die klitzekleine Baldachinspinne, die sich mit dem Wind durch die Lüfte transportieren lässt.
Da diese silbernen Spinnfäden (auch Liebfrauenhaar genannt) wie die weißen Haare von älteren Damen glänzen, ist die erste Erklärung, dass sie für den Altweibersommer Pate gestanden haben könnten.
Verschiedene Mythen glaubten sogar, dass es sich um die Geflechte von Elfen oder Zwergen handelte.

Die zweite Herkunft besagt, dass der Name Altweibersommer von den Germanen abstammt.
Bei den Germanen wurde „weiben“ benutzt um das Spinnen oder Knüpfen von Spinnennetzen darzustellen.
Sie glaubten, dass die Schicksals-Göttinen „die Nornen“ für das Glitzern der gesponnenen Lebensfäden der Menschen zuständig waren. Was laut der Germanen sowohl am Anfang, als auch zum Ende der heißen Jahreszeit war.
Zu dieser Zeit wurde nur in Sommer und Winter unterschieden.
Die Jahreszeiten Frühling und Herbst wurden noch um 1800 junger oder alter Weibersommer genannt.
Vermutlich hat diese Redewendung nichts mit älteren Damen zu tun und soll auch nicht herabwürdigend sein.

1989 hat das Landgericht Darmstadt offiziell verkündet, dass der Altweibersommer weder eine Diskriminierung noch eine Beleidigung darstellt.
Hintergrund: Eine Dame erhob Klage, nachdem im Wetterbericht die Nennung des Altweibersommers benutzt wurde.

Vielleicht sollten wir darüber nachdenken dem Altweibersommer einen neuen Namen zu geben.
Wie wäre es mit Alt-Opa-Sommer ☺

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.
Passen Sie gut auf sich auf.
Ihre
Sabine Lahme